Fütterungsplanung · Dürrejahr 2026

Der Mais ist zu trocken. Und damit stimmt die Rechnung nicht mehr.

In einem Dürrejahr ändert sich nicht nur, wie viel vom Feld kommt. Es ändert sich der Maßstab, in dem gerechnet wird. Wer seine Fütterung je Tonne Frischmasse plant, plant dieses Jahr an der Wirklichkeit vorbei — denn die Tonne ist nicht mehr dieselbe Tonne.

402
KTBL-Substrate im Rechner
33 → 40 %
TS-Gehalt im Beispiel
+18,5 %
Methan im selben Ansatz
113 → 95
€/MWh Substratkosten
Der Film · Zu trocken (1:45) — vom Feststoffeintrag über das Maisfeld bis in den Rechner
Was sich verschiebt

Die Pflanze wird kleiner — der Ertrag je Hektar fällt

Hitze und Trockenheit treiben den Mais in die Frühreife, die Ernte wird vorgezogen. Was auf dem Halm steht, wiegt weniger. Ein Praktiker aus der Biogas-Beratung schätzt im Film: statt 45 nur noch etwa 30 Tonnen je Hektar — wer vorher 200 Hektar brauchte, braucht dann eher 250. Grob 20 bis 30 Prozent mehr Fläche für dieselbe Energiemenge.

Gleichzeitig steigt der TS-Gehalt je Tonne

Weniger Wasser in der Pflanze heißt: mehr Trockensubstanz je Tonne Frischmasse. Beide Effekte laufen gegeneinander — und genau deshalb lässt sich der Flächen- und Mengenbedarf nicht mehr im Kopf überschlagen.

Und der Kolben fehlt in der Tabelle

Ist das Korn nicht richtig ausgebildet, sinkt die Energiedichte, obwohl der TS-Gehalt hoch aussieht. Standardwerte aus der Tabelle bilden das nicht ab — sie gehen vom Standard-Mais aus. Ohne Laborwert bleibt das eine Unschärfe, die man kennen muss, statt sie wegzurechnen.

Der richtige Maßstab
Nicht je Tonne Frischmasse. Je Tonne organischer Trockensubstanz.
Das ist der Satz, um den sich alles dreht. Die Frischmasse sagt, was auf den Anhänger passt — die organische Trockensubstanz sagt, was der Fermenter davon in Gas umsetzen kann. In einem Jahr, in dem sich der Wassergehalt verschiebt, driften die beiden Größen auseinander.
oTM = FM × TS % × oTS %
Auf einer digitalisierten Anlage ist das keine Schätzung: Jede Lieferung läuft über die Fahrzeugwaage, jeder Lieferschein in den lernenden Assistenten. Damit ist auf die Tonne bekannt, was auf der Platte liegt, was verbraucht wurde — und was am Ende die Kilowattstunde Strom kostet. Erst diese Grundlage macht es möglich, verschiedene Mischungen durchzurechnen, statt nach Gefühl zu füttern.
Was ein einziger Wert bewegt
Mischung 5.000 t Maissilage · 2.500 t Rindergülle · 800 t RindermistTS 33 %TS 40 %
Methan566.368 m³/a671.200 m³/a
Strom2.259 MWh2.677 MWh
Elektrische Leistung282 kW335 kW
Organische Trockensubstanz1.904 t/a2.240 t/a
Substratkosten je MWh113 €95 €
Wichtig zum Verständnis dieser Tabelle: Sie zeigt, was passiert, wenn bei gleicher Tonnage nur der TS-Gehalt angehoben wird — dann steigt der Ertrag. Die Dürre wirkt in die andere Richtung: Vom Feld kommen weniger Tonnen. Genau deshalb muss beides zusammen gerechnet werden, Menge und Gehalt. Die Zahlen zu Ertrag und Fläche (45 → 30 t/ha, 200 → 250 ha, 20–30 %) sind Praxis-Schätzungen aus dem Gespräch im Film, keine Messwerte.

Rechnen Sie Ihre Fütterung für dieses Jahr neu

402 KTBL-Substrate, jeder Wert einzeln anpassbar, Marktpreise tagesaktuell. TS-Gehalt hochsetzen — und Tonnen, Hektar und Kosten je Megawattstunde stehen neu da.

Zum Substratrechner →

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