§9 · §52 EEG — Fernsteuerbarkeit

Der Empfänger schaltet.
Regelt Ihre Anlage auch ab?

Der Rundsteuerempfänger hängt im Schaltschrank, seine Relais schalten korrekt — und beim Wechselrichter kommt trotzdem nichts an. Das ist der häufigste Fall in der Praxis. Die Anlage verliert Vergütung, ohne dass es jemand bemerkt. Wir messen nach, ob Ihre Anlage jede Stufe wirklich fährt.

Vier Stufen. Eine davon ist aktiv.

Der Netzbetreiber gibt über vier potentialfreie Relaiskontakte vor, wie viel Ihre Anlage einspeisen darf. Zu jedem Zeitpunkt ist genau einer aktiv — „1 aus 4".

K1
100 %
keine Reduzierung
K2
60 %
auf max. 60 %
K3
30 %
auf max. 30 %
K4
0 %
keine Einspeisung

Beleg: Belegung K1–K4 = 100/60/30/0 %, potentialfreie Wechsler 250 V/25 A, 1-aus-4 — nachgelesen in der Gerätebeschreibung eines Verteilnetzbetreibers (MITNETZ, FRSE, Stand 10/2021). Verbindlich ist immer die Gerätebeschreibung Ihres Netzbetreibers: einzelne VNB weichen ab — Netze BW etwa arbeitet mit drei Kontakten und 1 A statt K1–K4 mit 25 A.

Warum die Steuerung so oft nicht ankommt

Die Verbindung fehlt schlicht

Empfänger und Wechselrichter sind nie miteinander verdrahtet worden. Das Signal endet an den Relaiskontakten. Niemand merkt es, weil die Anlage ja weiter Strom liefert — nur eben ungeregelt.

Das Wischersignal geht verloren

Rundsteuerempfänger geben Impulse von nur 1 bis 1,5 Sekunden. Werden sie über ein externes I/O-System geführt statt direkt eingelesen, sind sie weg. Steht sogar so im Herstellerhandbuch — und ist im Feld einer der häufigsten Installationsfehler.

Beleg: SMA Data Manager M, Betriebsanleitung EDMM-10-BE-de-27, Abschnitt Rückfallverhalten: „Diese Wischersignale können nur bei direktem Anschluss an den Data Manager ausgewertet werden. Bei Verwendung von externen I/O-Systemen ist dies nicht möglich."

Was wir tun

  1. Bestand aufnehmen

    Welcher Empfänger hängt im Schaltschrank, welche Vorschrift gilt bei Ihrem Netzbetreiber, wie ist verdrahtet — Funk oder Tonfrequenz, direkt oder über ein I/O-System.

  2. Jede Stufe durchfahren

    100, 60, 30 und 0 Prozent kontrolliert schalten. Nicht simuliert am Schreibtisch, sondern an der Anlage.

  3. Ist-Leistung gegen Vorgabe messen

    Bei jeder Stufe die tatsächliche Wirkleistung erfassen und mit dem Sollwert vergleichen. Erst dann ist Steuerbarkeit bewiesen und nicht nur behauptet.

  4. Protokoll übergeben

    Welche Stufe, welche Soll-Leistung, welche gemessene Leistung. Genau dieses Dokument legen Sie dem Netzbetreiber vor.

Wie verbreitet das Problem ist

Auswertung des Marktstammdatenregisters, Photovoltaik ab 25 kW:

271.175
PV-Anlagen ≥ 25 kW, die der Netzbetreiber nicht fernsteuern kann
226.515
davon ohne jede Fernsteuerung — auch kein Direktvermarkter
13.598 MW
Leistung dieser Anlagen zusammen

Quelle: Marktstammdatenregister (Energieträger Solar, Bruttoleistung ≥ 25 kW), eigene Auswertung, Stand 1. August 2026. Die Zahl sagt nichts über den Einzelfall — sie zeigt nur, wie wenig ungewöhnlich er ist.

Sieben Erklärfilme zum Thema

Von der Pflicht über das Signal und die Geräte bis zum Nachweis — jeweils rund eine Minute. Kostenlos, ohne Anmeldung.

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